PRESSEMITTEILUNG der MSG eG, Würzburg, und der BAVARIA Schiffahrts- und Speditions-AG, Stockstadt

Würzburg/Stockstadt, 2. Oktober 2026 – Der Pegel Kaub ist gestern auf minus 6 Zentimeter gefallen und hat damit einen neuen historischen Tiefststand erreicht. Die anhaltende Niedrigwasserlage am Rhein stellt die Binnenschifffahrt und ihre Kunden vor außergewöhnliche Herausforderungen. Mit angepassten Beladungen, zusätzlichem Schiffsraum und hohem operativem Einsatz hält die Branche Transporte unter diesen extremen Bedingungen wo immer möglich noch aufrecht.
Ein aktuelles Beispiel liefert die MSG eG, Würzburg: Eine Seeschiffsladung mit 4.600 Tonnen für Nürnberg, die ab dem 21. September im Hafen Rotterdam übernommen wurde, wurde auf 14 Güterbinnenschiffe (GMS) verteilt. Unter normalen Wasserstandsbedingungen wären für diese Menge lediglich drei GMS erforderlich.

„Unsere Mannschaften, unsere Disposition und unsere Flotte tun alles, um die Lieferketten unserer Kunden auch unter diesen extremen Bedingungen so weit wie möglich aufrechtzuerhalten“, sagt Martin Staats, Vorstand der MSG eG. „Die pragmatische Leistungsbereitschaft der gesamten Binnenschifffahrt steht felsenfest. Andererseits wird aktuell sichtbar, welche wirtschaftlichen Belastungen Niedrigwasser für Kunden, Reedereien und die gesamte Versorgungskette verursacht.“
Die Binnenschifffahrt passt Beladungen, Fahrtplanung und Schiffsdisposition laufend an die verfügbare Fahrrinnentiefe an. Diese Maßnahmen ermöglichen selbst bei extremen Pegelständen weiterhin Transporte, können eine dauerhaft verlässliche Infrastruktur jedoch nicht ersetzen.

„Der nun erreichte Allzeit-Rekordtiefstand von minus 6 Zentimetern verdeutlicht, dass wir über weitergehende Lösungen sprechen müssen“, erklärt Staats. „Die bislang vorgesehene Mittelrheinoptimierung allein wird nicht ausreichen, um den Rhein langfristig klimaresilient und leistungsfähig zu halten. Wenn wir ein wirksames Wassermanagement betreiben und Wasser in den Flüssen halten wollen, werden wir um Schleusenlösungen nicht herumkommen.“

Andreas Dicke, Vorstand der BAVARIA Schifffahrts- und Speditions-AG, Stockstadt, ergänzt: „Auf der bayerischen Donau erleben wir seit Jahren, wie stark volatile Wasserstände die Planbarkeit von Transporten beeinträchtigen. Eine vergleichbare Entwicklung darf am Rhein nicht zur Normalität werden. Weitergehende wasserbauliche Maßnahmen und ein langfristig angelegtes Wassermanagement dienen nicht allein der Schifffahrt und ihren Kunden. Sie leisten auch einen Beitrag zur Stabilisierung des Grundwasserhaushalts und damit zum Umwelt- und Ressourcenschutz.“

MSG und BAVARIA appellieren daher an Bund, Länder und die zuständigen Infrastrukturbetreiber, die Anpassung der Wasserstraßen an die klimatischen Veränderungen entschlossen und zügig voranzutreiben. Die Binnenschifffahrt bleibt ein unverzichtbarer, leistungsfähiger und vergleichsweise umweltschonender Verkehrsträger. Damit sie ihre Aufgaben auch in künftig häufigeren Niedrigwasserperioden erfüllen kann, braucht sie jedoch Wasserstraßen, die klimaresilient, planbar und ausreichend leistungsfähig sind.

MSG eG, Würzburg, und BAVARIA Schiffahrts- und Speditions-AG, Stockstadt, sind die zwei größten Schifffahrtsgesellschaften in Süddeutschland und spezialisiert auf den Rhein-Main-Donau Wechselverkehr. Beide Reedereien sind zudem durch mehrere Beteiligungsgesellschaften verbunden. Zusammen beschäftigen sie eine Flotte von annähernd 85 Schiffseinheiten.

Bildunterschrift: Bereits am 25. September waren diese vier MSG-Schiffe bei einem Pegel von nur 3 Zentimetern auf der Fahrt zu Berg bei Oberwesel (nahe Kaub) nach Nürnberg unterwegs. Foto: Anja Bach