Pressemitteilung der MSG eG, Würzburg
und der BAVARIA Schiffahrts- und Speditions-AG, Stockstadt

Würzburg/Stockstadt, 15. Juli 2026 – Anhaltende Trockenheit und beschleunigter Gletscherrückgang verändern die Wasserführung der Flüsse in Mitteleuropa. Donau und Rhein speisen sich zunehmend aus Niederschlägen, mit häufigeren Extremen zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Am Pegel Pfelling an der Donau wurde heute der bisherige Tiefststand aus dem Jahr 2018 von 228 cm mit nun 222 cm unterschritten; viele Schiffe können unter diesen Bedingungen wegen ihres Tiefgangs nicht mehr fahren.

Niedrigwasser ist damit keine vorübergehende Ausnahme, sondern eine strukturelle Herausforderung, gerade für den Verkehrsträger, der für Klimaschutz und nachhaltige Logistik wichtig ist. Die Verlagerung von Güterverkehr auf die Wasserstraße bleibt zentral: Binnenschiffe verursachen pro transportierter Tonne weniger Emissionen als Lkw, entlasten Straßen und reduzieren Luftschadstoffe.

Wirtschaftliche Folgen und Rolle der Wasserstraße
Betroffen sind Agrarwirtschaft, Stahl- und Baustoffindustrie, Binnenschifffahrt und Hafenwirtschaft sowie alle weiteren Nutzer der Wasserstraße. Während staugeregelte Flüsse wie der Main durch Schleusenbetrieb derzeit weniger stark eingeschränkt sind, zeigen frei fließende Abschnitte von Donau und Rhein besonders deutlich die Auswirkungen der Klimakrise auf Transportwege.

MSG und Bavaria halten Transporte aufrecht
Trotz der extremen Pegelstände können MSG und Bavaria weiterhin einen Beitrag zur Versorgung leisten. Aus ihren Flotten setzen beide Unternehmen gezielt Schiffe ein, die bei reduzierter Fahrrinnentiefe noch betrieben werden können.

„Wir passen Beladung, Routen und Fahrpläne laufend an die eingeschränkte Schiffbarkeit an und halten Transporte von Agrarprodukten, Baustoffen, Stahl und weiteren Gütern bestmöglich aufrecht“, sagt Martin Staats, Vorstand der MSG eG, Würzburg.

Andreas Dicke, Vorstand der Bavaria Schiffahrts- und Speditions-AG, Stockstadt, ergänzt: „Niedrigwasser in dieser Intensität ist für alle eine enorme Herausforderung. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um die Lieferketten zu stabilisieren.“

Appell an Politik und Infrastrukturbetreiber
MSG und Bavaria sehen in der aktuellen Lage ein klares Signal, die Wasserstraßen klimafest zu machen: durch den Ausbau kritischer Abschnitte, verlässliche Pegel- und Prognosedaten, die Förderung der Flottenmodernisierung sowie eine abgestimmte Strategie von Bund, Ländern und Infrastrukturbetreibern.

„Die Wasserstraße bleibt ein klimafreundlicher und leistungsfähiger Verkehrsträger, wenn wir sie jetzt gemeinsam an die neue Realität anpassen“, so Martin Staats. „MSG und Bavaria stehen bereit, mit ihrer Erfahrung und ihren Flotten aktiv an Lösungen mitzuwirken“, so Andreas Dicke.

MSG eG, Würzburg, und BAVARIA Schiffahrts- und Speditions-AG, Stockstadt, sind die zwei größten Schifffahrtsgesellschaften in Süddeutschland und spezialisiert auf den Rhein-Main-Donau Wechselverkehr. Beide Reedereien sind zudem durch mehrere Beteiligungsgesellschaften verbunden. Zusammen beschäftigen sie eine Flotte von annähernd 85 Schiffseinheiten.