Pressemitteilung der MSG eG, Würzburg
und der BAVARIA Schiffahrts- und Speditions-AG, Stockstadt

Würzburg/Stockstadt, 11. August 2026 – Die beiden führenden bayerischen Binnenschifffahrtsunternehmen MSG eG und die BAVARIA Schiffahrts- und Speditions-AG weisen darauf hin, dass trotz aller Schwierigkeiten bei den Pegelständen die Versorgung der Kunden weitergeht. Die historischen Tiefstände der letzten Woche sind leider unterschritten (10.08.26: 05.00h mit 17 cm – Pegel Kaub). Die Vorhersagen prognostizieren einen Trend auf einen einstelligen Wert zum Ende der Woche. Die Logistik auf der Wasserstraße wird hierdurch für die Binnenschiffer immens erschwert und Kunden sind mit Verteuerungen entlang der Versorgungskette konfrontiert. Hieraus können sich in wirtschaftlich angespannten Zeiten Preissteigerungen für alle Verbraucher, Verknappungen und Wohlstandverluste ergeben. So hat die extreme Kleinwasserperiode des Jahres 2018 nach Erhebungen des Kieler IfW zu einem Verlust beim deutschen Bruttoinlandsprodukt von ca. 0,4 % geführt. Das entspricht der beträchtlichen Summe von 13-14 Mrd. Euro.

Andreas Dicke, Vorstand der BAVARIA, erklärt: „Entgegen der Befürchtung, dass eine Zweiteilung des Rheins in der Nutzung droht, sind die Flotten unserer beiden Gesellschaften weitgehendst Tiefgangs-optimiert, denn auf der Donau operieren die Reedereien seit Jahrzehnten bereits mit sehr stark schwankenden, oft niedrigen Wasserständen.“

Martin Staats, Vorstand der MSG, führt an: „Der Bund als Eigentümer der Wasserstraße muss endlich für die notwendigen Anpassungsmaßnahmen Sorge tragen. Es reicht nicht aus, wenn die im Bundeswasserstraßenausbaugesetz von 2016 gelistete Maßnahme der „Abladeoptimierung der Fahrrinne am Mittelrhein“ 20 cm mehr Abladung bringt und die hierfür erforderlichen relativ einfachen wasserbaulichen Maßnahmen eine Realisierungszeit von über 20 Jahren benötigen. Um den Rhein für die verladene Wirtschaft, die Schifffahrt, die Wasserwirtschaft und die Gewässerökologie resilient aufzustellen, wird sich der Bund über weiterführende Maßnahmen schnellstmöglich Gedanken machen müssen. Die Mittel zur Realisierung hat er mit einer schlagkräftigen Verwaltung sowie den Bundesanstalten für Gewässerkunde und Wasserbau als Bundesoberbehörden im eigenen Haus. Es gilt, das eigene Know-How sinnstiftend zu nutzen.“

Staats und Dicke erläutern ferner: „Es ist grundsätzlich sinnvoll, sich über logistische Verknüpfungen zwischen den Verkehrsträgern Gedanken zu machen, aber weder aufgehobene Sonntagsfahrverbote für LKW noch der Ruf nach der Bahn, die zudem unter zahlreichen Baustellen und anderen Problemen leidet, werden das Problem kurzfristig lösen – zumal beide Verkehrsträger die effiziente Binnenschifffahrt nicht ersetzen können. Die aktuelle Krise verdeutlicht die Systemrelevanz der Binnenschifffahrt und des gesamten Systems Wasserstraße.“

MSG eG, Würzburg, und BAVARIA Schiffahrts- und Speditions-AG, Stockstadt, sind die zwei größten Schifffahrtsgesellschaften in Süddeutschland und spezialisiert auf den Rhein-Main-Donau Wechselverkehr. Beide Reedereien sind zudem durch mehrere Beteiligungsgesellschaften verbunden. Zusammen beschäftigen sie eine Flotte von annähernd 85 Schiffseinheiten.